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Private Equity als Portfolioschutz (Gastbeitrag)

Fabian Richter, FINVIA
Lesedauer: 5 Min
In einem Fachbeitrag erklärt FINVIA, Kunde von VP Fund Solutions, wie Private Equity Portfolios vor steigender Inflation, höheren Zinssätzen und großer Volatilität schützt.

In den 80er und 90er Jahren investierten Anleger erfolgreich mit einem 60/40-Portfolio – 60 Prozent in Aktien, 40 Prozent in Anleihen. Der Gedanke dahinter: Aktien und Renten weisen einen diversifizierenden Effekt auf. Wenn Aktien schlecht performen, können Anleihen das kompensieren und andersherum. Diese Mischung bot Anlegern lange Zeit attraktive Renditen bei in aller Regel geringer Volatilität.

Heutzutage ist dieser klassische Investitionsansatz jedoch überholt. Die historischen Diversifikationseffekte funktionieren nur noch bedingt, sodass eine Erweiterung des zu investierenden Universums für Anleger essenziell ist. Hier kommt Private Equity als Ergänzung oder sogar Alternative ins Spiel – diese Anlageform bietet nicht nur attraktive Renditen und Schutz vor Inflation, sondern bringt auch die besonders in Krisenzeiten notwendige Stabilität in das Portfolio.

Private Equity und die Professionalisierung von Family Offices

Family Offices entwickeln sich im Laufe der Zeit stets weiter und weisen eine zunehmende Professionalisierung auf. Strukturen, Prozesse sowie Anlageentscheidungen und -ziele werden folglich überarbeitet und angepasst und somit optimiert.

Die stärkere Professionalisierung führte häufig dazu, dass Private Equity als Anlagemöglichkeit zunehmend in den Fokus gerückt ist. Die Begründung: Eine der größten Herausforderungen für Family Offices ist die Erzielung attraktiver Renditen und der langfristige Erhalt des vorhandenen Kapitals. Diese Entwicklungen haben dazu geführt, dass viele Family Offices nach alternativen Anlageformen suchen mussten und aufgrund der vielen Vorteile von Private Equity genau dort vermehrt investiert haben.

Die Vorteile von Private Equity auf einen Blick

Private Equity ist ein wichtiger Baustein für den strukturierten Aufbau eines Vermögens. Während institutionelle Investoren bereits seit vielen Jahren auf diese Anlageklasse setzen, ist Private Equity bei Familien und Einzelpersonen weiterhin unterrepräsentiert.  Dabei bieten sich zahlreiche Vorteile, welche auch in den kommenden Jahren Bestand haben werden. Somit sollte Private Equity, aber auch andere alternative Anlageklassen wie Venture Capital, Private Debt, Hedgefonds oder auch Immobilien in die Strategische Asset Allokation einbezogen werden.

Betrachten wir größere institutionelle Vermögen, wie beispielsweise das Stiftungsvermögen der Universität Yale, so machen dort Private Equity und Venture Capital knapp 40 Prozent des Gesamtvermögens aus.  Diese Anlagepolitik reduzierte nicht nur die Volatilität, sondern steigerte auch die Rendite nachhaltig. Dabei zeigte sich über einen längeren Zeitraum, dass Private Equity in vielen Jahren nicht nur eine hohe Rendite abwarf, sondern auch das Anlageportfolio der Universitätsstiftung entscheidend stabilisierte. Die Wertentwicklung einer Unternehmensbeteiligung in Private Equity ist nämlich weniger von den täglichen Launen der Kapitalmärkte abhängig und daher in geringerem Ausmaß schwankungsanfällig als beispielsweise börsennotierte Aktien. Eine Risikostreuung zwischen Aktien und Anleihen oder auch Immobilien reicht nicht aus, um langfristig attraktive Renditen bei gemindertem Risiko zu erreichen. Anleger sollten deshalb nicht auf Private Equity in ihrer Vermögensanlage verzichten.

Die Vorteile einer Beimischung sprechen für sich:

  • Private Equity bringt den Anlegern eine Rendite, die über einen längeren Zeitraum die von Aktien übertrifft.
  • Private Equity macht ein Gesamtportfolio weniger anfällig für Kursschwankungen an den Finanzmärkten.
  • Private Equity stabilisiert die Gesamtrendite eines Portfolios.
  • Private Equity schützt ein Gesamtportfolio vor Zinsschwankungen.
  • Und schließlich bietet Private Equity einen guten Schutz vor Inflation.

 

Family Office – der wichtigste Partner für vermögende Anleger

Family Offices erfreuen sich einer steigenden Beliebtheit. Ein wichtiger Faktor ist zweifellos der Vertrauensverlust in Banken und deren Vermögensverwaltung, sowie der Wunsch nach wirklich unabhängiger Beratung, und das Anlageklasse-übergreifend. Dies hat zur Folge, dass wohlhabende Familien ihre Finanzen enger an sich binden und eine Beratung aus einer Hand suchen. Dies sorgt für mehr Transparenz und eine bessere Steuerung des Gesamtvermögens. Gleichzeitig verspricht eine bankenunabhängige Vermögensverwaltung weitere Vorteile.

Kunden eines Family Offices erhalten eine bessere Kontrolle über ihr Vermögen. Aufgrund der engen Zusammenarbeit mit Beratern wird das Portfolio an die individuellen Bedürfnisse und Anforderungen eines jeden Kunden angepasst. Häufig besteht ein Interessenskonflikt zwischen Banken und den Familien – Produkte, die von der Bank nicht vertrieben werden, werden folglich auch nicht in das Portfolio aufgenommen.

Family Offices bieten jedoch einen ganzheitlichen Service an, der komplett den Interessen der Kunden verpflichtet ist – unabhängig von bank- oder produktgetriebenen Interessen. So wird eine effizientere und individuellere Steuerung des Vermögens garantiert.

Das Spektrum der Leistungen von Family Offices ist dabei sehr umfassend und beinhaltet u. a. die Expertise in traditionellen Anlageklassen ebenso wie den alternativen Investments, wozu auch Private Equity zählt. Jede Anlageklasse weist unterschiedliche Risiken und Chancen, aber auch Liquiditätsprofile, auf. Das wiederum bedeutet, dass sich durch eine Kombination der Anlageklassen das Rendite-Risiko-Profil eines Gesamtportfolios verbessern kann, da sich Schwankungen der Assetklassen untereinander ausgleichen.

 

Wichtige rechtliche Hinweise:

Dieser Beitrag dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Die darin enthaltenen Empfehlungen, Schätzungen und Aussagen geben die persönliche Auffassung des betreffenden Gastautors wieder und kann von der VP Bank AG abweichen. Diese Information und die darin abgegebenen Einschätzungen oder Bewertungen werden mit äusserster Sorgfalt erstellt, doch kann ihre Richtigkeit, Vollständigkeit und Genauigkeit nicht zugesichert oder gewährleistet werden. Insbesondere umfassen die Informationen in dieser Dokumentation möglicherweise nicht alle wesentlichen Angaben zu den darin behandelten Finanzinstrumenten oder deren Emittenten. Angaben zur bisherigen Wertentwicklung erlauben keine verlässliche Prognose für die Zukunft.

Private Equity ist ein wichtiger Baustein für den strukturierten Aufbau eines Vermögens.

Fabian Richter FINVIA, Senior Investment Analyst Alternatives
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